Jugendkonzerte


Konzertprogramme


Uns liegt viel daran, Schülern unsere Lebensart zu zeigen und die Freude an Musik und Zusammenspiel zu vermitteln. Da auf jeder Konzertreise Schülerkonzerte und Workshops stattfinden, entsteht zu jedem Programm eine Version für Jugendliche. Einige davon sind hier vorgestellt.


Pan und Apollo: Wettstreit im Olymp 1-4. Klasse



Wie mag die Stille vor dem ersten Ton gewesen sein? Wie mag die erste Flöte geklungen haben? Und wie mag sie ausgesehen haben? Das muss der Flötengott Pan gewusst haben, denn – zumindest in unserer Geschichte – ist er es, der aus Pfeifen, Flöten und Rohren Musik erzeugt und damit die Götter und Nymphen im Olymp ergötzt. Doch bald wird er von seinem Bruder, dem Meister auf der Leier und dem ersten Saiteninstrumentenspieler überhaupt, zu einem Wettstreit herausgefordert, bei dem es um alles geht: der Verlierer soll gehäutet werden. Während des Wettstreits entwickelt sich die Kochlöffel- oder Besenstiel-Leier nach und nach zur modernen Geige und die Pfeifen werden zur modernen Querflöte. Zum Glück sehen am Ende beide ein, dass es sinnvoller ist, zusammen zu spielen, statt gegeneinander anzutreten.
Mit Werken von E. Angerer (Kindersinfonie), J. S. Bach (Doppelkonzert BWV 1060) diversen repräsentativen Solowerken von Bach bis Massenet sowie Improvisationen auf selbstgebauten Instrumenten.


Schwarz-Weiß-Musik und Klangfarben. Mit den Ohren sehen. Konzert für die Mittelstufe.



Wenige Menschen können Töne mit realen Farben verbinden und sie so auseinanderhalten. Doch fast jeder erkennt die Klangfarbe eines Akkordes, eines Instrumentes und empfindet dessen Änderung wie den Wechsel eines Lichts auf einer Bühne. Wann ist eine Klangfolge spannend, traurig, wann ist sie langweilig, bunt und aufregend? Mit kurzen Demonstrationen werden Kinderlieder in Schwarzweiß und in Farbe vorgestellt. Kammermusikalische Meisterwerke aus Barock, Klassik und Impressionismus führen die Schüler in die Farbenwelt der Klänge ein und lassen sie erleben, wie sich in der Musikgeschichte die Farbstrukturen abwechseln.
Mit Werken von J. S. Bach, F. Kuhlau, E. Goossens, A. Pärt, J. Schwartz sowie Volksliedern und Improvisationen.


Musik der Moderne. Ein Plädoyer für die Atonalität. Workshop für die Oberstufe.


Wie ist der Zusammenhang zwischen der Zeit um den ersten Weltkrieg herum und der Entwicklung der Atonalität? Was ist die gesellschaftliche Botschaft der atonalen Musik? Kann man heute eine Symphonie im Stil von Mozart komponieren, die eine zeitgemäße Aussage hat? In einem Konzertvortrag erklären wir Schritt für Schritt die Notwendigkeit der Befreiung von Melodie, Harmonie und Rhythmus aus den alten Zwängen. Wir schauen auf die Musik von heute und versuchen zugleich einen Blick in das Komponieren von morgen zu werfen. Je nach Möglichkeit werden die Schüler in rhythmische Improvisationen eingebunden oder malen eine graphische Komposition an die Tafel, die als Improvisationsvorlage gelten wird.
Mit Werken von Maurice Duruflé, Arnold Schönberg, Beat Furrer, Arvo Pärt, Luciano Berio, Pauline Oliveros, u.a. sowie Improvisationen.

Musik für den König. Führen und Folgen. Konzert für die Mittelstufe



Musik handelt von führen und folgen. Mal hören wir zu und folgen mehr auf die Impulse des anderen, dann springen wir als Führer ein und nehmen die anderen Musiker mit. Oft kommen diese beiden Elemente so dicht zusammen, dass man nicht mehr erkennen kann, wer führt und wer folgt. Dieses Konzert erzählt von der Begegnung zwischen dem Komponisten J. S. Bach und dem Flöte spielenden König Friedrich dem Großen. Während wir Werke beider Genies spielen, beobachten wir, auf welcher Weise sie sich mit Führen und Folgen beschäftigen. Eine Zeichnung an der Tafel hält derweil in einem Quintenzirkel-ähnlichen Kreis das musikalische Geschehen zusammen und lässt uns erkennen: Friedrich der Große hat die Künste seiner Zeit sehr wohl beherrscht. Bach jedoch war seiner Zeit weit voraus.
Mit Werken von J. Ph. Rameau, Friedrich II von Preußen, J. S. Bach (Musikalisches Opfer) u.a.


Statement

"Die Kunst ist und war immer das Abbild des sozialen Lebens. In ihr findet man Antworten auf unbeantwortete Fragen zur Geschichte der Menschheit. In der Musik deutet das Verhältnis der Orchesterinstrumente zueinander auf die sozialen Strukturen hin, mit welchen der Komponist gelebt hat. Oft hat sogar die Kunst die soziale Welt geändert, wenn wir an die Märzrevolution denken oder an die Zeiten Napoleons.

Wir versuchen in unseren Konzerten zum Einen diesen gesamtkünstlerischen Aspekt hervorzuheben und unser Publikum auf Zusammenhänge zwischen Geschichte und Musik, Denken und Leben aufmerksam zu machen.

Zum Anderen geht es - bei der Programmgestaltung - um die Entwicklung des Konzertes selbst: wir möchten, dass die Menschen anders den Saal verlassen, als sie ihn betreten haben. Sie kommen herein mit Erwartungen, Vorlieben und Wünschen, Vorkenntnissen, Träumen und Problemen. Sie kommen mit ihrem Interesse und ihrer Offenheit, wie ein Mensch, der ein Buch öffnet und darin nach Antworten sucht.

Denken Sie an die Filme oder Bücher, über die Sie lange hinterher nachgedacht haben. Wodurch haben sie fasziniert? Durch ihren Aufbau? Durch dem tragischen Ende? Oder durch die endlich wiedergefundene Liebe? Entscheidend ist in jedem guten Kunstwerk der heutigen Zeit, dass es innerhalb von 10 Minuten fesseln kann, dass der Zuschauer nie auf seine Uhr blickt, und dass es ihm jene Gänsehaut vermittelt, welcher der Komponist zum Schaffen der Musik gebracht hat.

Denn worauf es wahrlich ankommt, sind jene Momente, in denen man seine Gedanken und Probleme, ja sogar die Zeit vergisst und sein eigenes Wesen aufgibt, um sich für den einen Moment mit der Musik - unbemerkt und unbestraft - zu verbinden.

Um das Publikum fesseln zu können, muss man sehr flexibel sein und sofort reagieren, man muss überzeugen können und - am wichtigsten - sehr gut vorbereitet sein. Wir freuen uns, immer wieder vor einem besonderen Publikum zu stehen und betrachten es als eine Herausforderung, und darauf bestens vorzubereiten."